Ayurvedische Massage-Abhyanga die Königin der Ölmassage
„Gutes und schlechtes Leben,
glückliches und unglückliches Leben,
das, was dem Leben zu- bzw. abträglich ist,
das Maß des Lebens und seiner Komponenten
und das Leben selbst wo all dies erklärt wird, das nennt man Ayurveda.“
( Charaka, Samhita 1.1.41 )
Eine kurze Einführung
Ayurveda wurde vor mehr als 4000 Jahren entwickelt. Schon damals war bekannt, dass seelische und körperliche Prozesse in unmittelbarem Zusammenhang stehen. Die moderne Medizin und die Quantenphysik können heute wissenschaftlich belegen, dass Gedanken und Gefühle in der Lage sind unsere Gesundheit zu erhalten oder zu zerstören. Langsam beginnt unsere westlich orientierte Wissenschaft damit, die Kernaussagen dieser uralten Lehren zu verstehen und zu bestätigen.Bekannt wurde Ayurveda bei uns nicht zuletzt durch die wohltuenden Massageanwendungen. In allen Kulturkreisen ist die positive Wirkung von Massagen seit jeher bekannt. Massage gilt als ältestes Heilmittel der Menschheit.
Sowohl in der ayurvedischen Therapie, wie auch in der alltäglichen Lebensführung spielen Massagen eine bedeutende Rolle. In Indien wird die tägliche oder wöchentliche Einsalbung (Abhyanga) zum Zweck der Gesundheitsvorsorge im Familienkreis durchgeführt. Auch verschiedene Anlässe werden mit Massagen kombiniert z.B. vor der Ehezeremonie, frischvermählte Eheleute, Mütter nach der Entbindung und auch die Neugeborenen werden so empfangen.Diesen Traditionen folgend hat sich im Westen ebenfalls ein System der Gesundheitsvorsorge entwickelt, welches gemeinhin als „Wellness“ bezeichnet wird. „Wellnessmassagen“ sind also die Anwendungen, die dazu beitragen das körperliche und seelische Wohlbefinden zu steigern und Krankheiten vorzubeugen.
Ayurvedische Massagen berühren Körper, Geist und Seele gleichzeitig und gleichen sie aus. Physische und psychische Prozesse sind im Ayurveda nicht zu trennen.Ayurvedische Massagen wirken vielfältig, sie unterstützen z. B. die Ausscheidung von Giftstoffen, die Regeneration aller Gewebe und Organe und die Stärkung des Immunsystems.Sie beleben den Kreislauf, regen die Lymphzirkulation und die Verdauung an. Sie verbessern das Hautbild, harmonisieren und stärken das Nervensystem. Langfristig fördert dies innere Ruhe, Ausgeglichenheit und einen gesunden Schlaf.Ayurvedische Massagen und Therapien sind individuell auf den einzelnen Menschen abgestimmt. Krankheit spielt keine übergeordnete Rolle, es wird drauf geachtet, wie der Mensch beschaffen ist.
Der Ayurveda- Therapeut ergründet körperliche und seelische Merkmale, er beobachtet den Körperbau, die Struktur und Farbe von Augen, Haaren und Haut sowie Sprache und Bewegung.
Die Königin der Ölmassagen: Abhyanga
Übersetzt wird Abhyanga mit „Salbung, Massage, Einölung“. Sie ist die klassische Ölmassage des Ayurveda. Sie öffnet Körperkanäle und harmonisiert den Energiefluss in Chakren und Nadis (Energiemeridiane) Der Fluss in den Nadis wird durch lange Ganzkörperausstreichungen angeregt. Durch unterschiedliche Massagerichtungen wird Einfluss auf die fünf Pranas (Energien) genommen.
In alten Schriften werden die Wirkungen so beschrieben:
- Verlangsamt Alterungsprozess, fördert langes Leben.
- Verleiht dem Körper Stärke, Weichheit und gesunde Farbe
- Nährt den Körper und die Gewebe.
- Regt Funktionen aller inneren Organe an.
- Hilft gegen Müdigkeit, verbessert den Schlaf und stärkt das Nervensystem.
- Schärft die Sehkraft.
- Gewährleistet stärkere Robustheit des Körpers, macht immun gegenüber Krankheiten.
- Verschönert die Haut, macht sie widerstandsfähiger gegenüber Umweltgiften.
- Nährt Vata und Pitta, harmonisiert (sparsam eingesetzt!) Kapha.
Die Hauptwirkung der Abhyanga besteht darin, das (medizinierte) Öl in die Körpergewebe einzuarbeiten. Es wird mit relativ raschen und kräftigen Streichungen massiert. Allerdings mögen Vata-Personen in der Regel etwas sanfteren Druck und langsamere Streichbewegungen. Bei Kapha-Personen kann kräftig und schnell massiert werden, um besonders anregend zu wirken.
Insgesamt gilt, dass die Abhyanga eine vitalisierende Massage ist. Wird sehr langsam und sanft massiert nennt es sich Samvahana (sanfte Streichmassage) deren Wirkungsschwerpunkt anders gelagert ist.
Kontraindikationen:
- Starke Kapha-Dominanz
- Fieber und Entzündungen
- Direkt nach dem Essen
- Bei Krebs und Leukämie
- Während der ersten Tage der Menstruation sowie in den ersten 6 Mon. der Schwangerschaft.
- Kein Druck auf Krampfadern
- offene Wunden, Entzündungen, Verbrennungen
Vorbehandlung:
-Appetitanregende und verdauungsfördernde Kräuter (z.B. Ingwertee)
Nachbehandlung :
- Schwitzbehandlung für die „kalten Doshas“ Vata und Kapha
- Ingwertee oder andere verdauungsfördernde Kräuter
Zeit:
- Vormittags bis 12:00 Uhr, Nachmittag ab 16:00 Uhr bis Sonnenuntergang
Dauer:
- 60 – 90 Minuten für Vata, Pitta und Kapha
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